Wie kann ich visualisieren, was ich gerne spiele?

Zwei grundlegend verschiedene Spiele nebeneinander: Tales from the Loop (links) und Nonaga (rechts)
Zwei grundlegend verschiedene Spiele nebeneinander: Tales from the Loop (links) und Nonaga (rechts)

Welche Art von Gesellschaftsspiel ich gerne spiele, ist mir klar. Eher kurze, einfach aufzubauende, einfach zu erklärende Spiele mit viel Interaktion zwischen den Spieler*innen, gerne konfrontativ, aber auch gerne kooperativ —Hauptsache, es passiert viel und im Idealfall ist das Spiel schön anzusehen. Der Wiederspielwert sollte hoch sein, denn ich mag eine Lernkurve. Stark zufallsbasierte Spiele und solche mit sehr engem Entscheidungsspielraum gefallen mir nicht. Auf der anderen Seite macht es mir aber auch keinen Spaß, eine Viertelstunde lang zuzusehen, wie meine Mitspielerin einen Combo-Effekt nach dem anderen ausspielt, sodass sich die gesamte Spielsituation völlig verändert hat, wenn ich am Zug bin, und alle meine Pläne wertlos geworden sind.

Eine ganz schön lange und wahrscheinlich nicht mal präzise Beschreibung meines Geschmacks. Geht das nicht auch einfacher?

Für Rollen- und Computerspieler*innen gibt es für diese Art der Beschreibung des Spieler-Typus Bartle’s Taxonomy of Gamers. Vier Quadranten, zwei Achsen, auf denen man sich positionieren kann. Bartle arbeitet mit Archetypen. Die sind zutreffend und nachvollziehbar.

Für mein Brettspielverhalten reichen Archetypen aber leider nicht aus. Ich hätte gerne etwas, das ich nennen oder zeigen kann, wenn ich Personen zum Spielen suche. Bei Computerspielen einfach: Suche ich Mitspieler*innen für Fortnite, kann ich ganz einfach sagen, dass ich in erster Linie Explorer und ein bisschen vielleicht auch Socialiser bin, aber sicherlich kaum Achiever und überhaupt kein Killer. Dann weiß die Person, die mit mir spielen möchte, schon mal, dass ich keine Spoiler möchte, dass ich lieber mit einer neuen Waffe zig Mal daneben schieße, ehe ich feststelle, dass ich sie nicht mag, anstatt mich auf Reddit zu informieren, was heute als das beste Loadout gilt, und dass es mich nicht frustriert, zu verlieren, sofern ich etwas neues entdeckt oder etwas zum lachen gehabt habe.

Also habe ich angefangen, über eine Visualisierung von Brettspielpräferenzen nachzudenken. Alles andere als ein abgeschlossener Prozess. Hier nur ein paar lose Gedanken dazu.

Als Visualisierungsform favorisiere ich aktuell ein Spinnennetz-Diagramm, weil es mehr als zwei (in der Theorie unendlich viele) Achsen ermöglicht. Als Werte auf den Achsen schwebt mir ein Bereich von sagen wir 4 über 0 bis 4 for. Denn es gibt zwar gegensätzliche Spielmechaniken, man kann aber beide mögen. Beispiel:

     
            4  3  2  1  0  1  2  3  4
         
kooperativ |---x--------------------x| kompetitiv
  

Das bedeutet, ich mag sowohl kooperative als auch kompetitive Spiele sehr, aber kooperative Spiele ein bisschen weniger (das ist, weil sie stark von der jeweiligen Gruppe abhängen und ich Alpha-Spieler*innen nicht leiden kann.)

Über weitere mögliche Achsen der Spielpräferenzen denke ich noch nach, und lese was andere dazu schon gedacht und teilweise auch geforscht haben. Zur Zeit ist dies mein Stand:

  • kooperativ vs. kompetitiv/konfrontativ
  • Anzahl der Spielenden (vom Solospiel bis Party Game)
  • Dauer des Spiels (kurz/lang)
  • Anzahl der Regeln (Battlestar Galactica im Vergleich zu Backgammon)
  • Portabilität (hierbei geht es darum, wo man gerne spielt — am heimischen Riesentisch oder unterwegs)
  • Zufallsfaktor (Kniffel vs. Schach)
  • Altersgruppe der Spielenden?
  • Aussehen des Spiels auf einer Achse von Everdell bis Go
Maike
Über Maike 34 Artikel
Schreibt, zeichnet, fotografiert und programmiert alles hier auf www.lanoki.de. Viele der Brett- und Computerspiele, die sie gerne spielen würde, gibt es noch nicht, deswegen designt sie sie selbst. Hat zwei tolle Ponys, die mit ihr durchs Feuer gehen (aber nicht über blaue Plastikplanen.)

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